Grundsätze regionaler Chemotherapie

Der Prozess der Absiedlung von Tumorzellen vom Primärtumor zu anderen Körperregionen und Organen ist nicht gleichmäßig auf den Körper und sein Gefäß – und Lymphsystem verteilt. Es findet sich eher eine Dominanz der Region um den Primärtumor. Daraus ergibt sich zumindest ein theoretischer Vorteil in der regionalen Applikationsform, sofern man die Zytostatika auf die betroffene bzw. am meisten gefährdete Region begrenzt. So besitzt eine regional angewendete Chemotherapie nicht nur den Vorteil, eine maximale Effizienz der Therapie in einer bestimmten Körperregion erzielen zu können, wie es z.B. bei einer Induktionstherapie erforderlich ist, um Operabilität der Tumorformation erreichen zu können, sondern auch die Möglichkeit, einen effektiven Schutz in einer bestimmten Körperregion aufzubauen, wie es bei einer adjuvanten Therapie nach kompletter Resektion der Fall ist.

Während Beispiele für die Effizienz regionaler chemotherapeutischer Behandlungsmaßnahmen als Induktionstherapie in diesem Artikel später behandelt werden, sollen hier nur die Arbeiten von M. Kemeny et al. und N. Kemeny et al. erwähnt werden als hervorragende Exponenten für eine regionale Chemotherapie als effektive, adjuvante Behandlungsmaßnahme (1,2).

Beide prospektiv randomisierten Studien konnten einen deutlichen Überlebensvorteil einer regionalen adjuvanten Chemotherapie nach vollständiger Resektion colorektaler Lebermetastasen aufzeigen gegenüber einer alleinigen systemischen Behandlung mit den gleichen Zytostatika.


Literatur:

  1. Kemeny MM, Adak S, Gray B, et al. Combined-modality treatment for resectable metastatic colorectal carcinoma to the liver : surgical resection of hepatic metastases in combineation with continuous infusion of chemotherapy – an Intergroup study JCO 2002 Mar 15;20(6):1499-505
  2. Kemeny N, Huang Y, Cohen AF, et al. Hepatic arterial infusion of chemotherapy after resection of hepatic metastases from colorectal cancer - NEJM, 341: 2039-48, 1999


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