Perioperative Belastung für die Patienten

Morbidität

Die Kombination von Chirurgie, Hyperthermie und Chemotherapie ist verbunden mit einer deutlich erhöhten Belastung für den Patienten. Dies ist zum einen begründet in der extensiven und langdauernden chirurgischen Maßnahme, zum anderen in der Toxizität bedingt durch die Zytostatika besonders unter hyperthermen Bedingungen.

Literaturübersicht

Veröffentlichungen der letzten Jahre bestätigen, dass auch in großen Zentren dieses Operationsverfahren mit einem nicht unerheblichen Risiko für schwerwiegende Nebenwirkungen und Komplikationen verbunden ist. Hier eine kurze Liste von wesentlichen Publikationen der vergangenen Jahre.

AutorJahrptsVollständige ZytoreduktionKomplikationsrate Mortalität
Sugarbaker P200688---35 %4.5 %
Cotte E20078155,5 %13.6 %2.5 %
Cavaliere F200612085.2 %22.5 %3.3 %
Elias D200630100 %40 %0 %
Gilly F2006506---22.9 %4.0 %
Van Leeuwen BL2007103---56.3 %< 1 %
Piso P20073275 %34 %0 %
Bereder J200810882 %20 %0 %
Yan T2007review---33 - 56 %0 - 18 %

Risikofaktoren

In 2007 veröffentlichte Elias et al. von der Arbeitsgruppe in Paris / Frankreich eine Phase II - Studie, die versuchte, wichtige Risikofaktoren zu definieren, die mit diesem Operationsverfahren verbunden sind. Anhand von 106 Operationen bei Patienten, die an einem peritoneal metastasierten colorektalen Karzinom erkrankt waren, wurden folgende speziellen Faktoren erkannt, die für ein erhöhtes Risiko der Komplikation prädestinieren:

  • Ausdehnung der Peritonealkarzinose
  • Anzahl der zu resezierenden Organe
  • Dauer der Operation
  • Blutverlust

Dabei ist natürlich zu erkennen, dass insbesondere die Ausdehnung der Bauchfellkarzinose der wichtigste Determinant auch für die anderen Faktoren darstellt.

Internationale Befragung / Survey

In einer von unserer Arbeitsgruppe im Jahre 2004 ausgeführten Befragung von 35 internationalen Zentren, die sich seit langer Zeit mit diesem Verfahren beschäftigen, wurde das Risiko dieser Operationstechnik eruiert. Dabei ergaben sich folgende Daten

Thrombosen / Embolien min. - 0.0 %
max. - 12.0 %
mittel - 2,83 %
Anastomoseninsuffizienz min. - 0.0 %
max. - 20.0 %
mittel - 3,77 %
Morbidität min. - 0.0 %
max. - 60.0 %
mittel - 24,5 %
Mortalität min. - 0.0 %
max. - 10.0 %
mittel - 1,76 %

Strategie zur Reduktions der Komplikationsrate

Gemeinsam mit den Mitarbeitern der Abteilung für onkologische Chirurgie des KKH Hammelburg sowie den leitenden Ärzten der Anästhesie des Hauses eine Strategie entwickelt, um die Belastung, die mit diesem Operationsverfahren kombiniert ist, wesentlich zu reduzieren. Ziel dieser Strategie ist es, die durch die Operation und die Chemotherapie hervorgerufene Inflammations - Reaktion zu minimieren. Mittels eines ineinander greifenden, peri-operativen Management - Program wird die körperliche Belastung für den Patienten und somit auch das Risiko der Entstehung von Nebenwirkungen und Komplikationen wirksam entgegen gewirkt.

StrategieParameter absolute Risiko Reduktionrelative Risiko Reduktion
Intensiviertes WärmemanagementInfektion8 %66 %
FlüssigkeitsrestriktionKomplikation18 %35 %
Infektion15 %48 %
intensiviertes Insulin ManagementInfektion10 %66 %
Verbesserte GewebeoxgenierungInfektion6 %49 %
Reduktion BlutverlustBlutverlust-42 %
Adenosin Rezeptor AktivierungKomplikation--

Ergebnisse der letzten Jahre

Mit Hilfe dieser Strategie des perioperative Managements war es möglich, die Komplikationsrate wesentlich zu reduzieren. Bei steigender Häufigkeit in der Durchführung dieser Operationen (aktuelle Gesamtzahl 669 / Dezember 2011) konnte eine Nebenwirkungs- und Komplikationsrate erreicht werden, die etwa derjenigen anderer großer, viszeralchirurgischer Eingriffe entspricht.


Hier die Häufigkeit für verschiedene Komplikationen nach 474 ausgeführten Eingriffen :

  • Thrombose
  • 1.86 %
  • Lungenembolie
  • 0.63 %
  • postoperative Blutung
  • 0.63 %
  • Anastomoseninsuffizienz
  • 1.05 %
  • spontane Darmperforation
  • 1.69 %


    Seitenanfang





    Inhalte

    Literatur

    Veröffentlichungen von Dr. Müller

    Veröffentlichungen von Fachkollegen

    Supportive Care

    Umgang und Pflege implantierter Portkathetern

    Behandlung maligner Ergüsse

    Schmerztherapie

    Misteltherapie

    Enterale Ernährung

    Ernährungstherapie

    Glutathion

    Suche


    Tumorarten

    Analkarzinom
    Lungenkrebs
    Dickdarmkrebs
    Dünndarmkrebs
    gastrointestinaler Karzinoid Tumor
    Leberkrebs
    Magenkrebs
    Mammakarzinom
    Müllerscher Mischtumor
    Ovarialkarzinom
    Pankreaskarzinom
    Peritonealkarzinose
    Mastdarmkrebs
    Gebärmutterhalskrebs

    Allgemeines

    Aszites
    Bauchraum
    Peritoneum
    Hyperthermie

    Weiter Informationen über Peritonektomien finden Sie auf
    peritonectomy.com








    Neuigkeiten

    Ergebnisse einer Befragung hinsichtlich zytoreduktiver Operationen in 33 Zentren

    Wirksame Behandlung des fortgeschrittenen Müller´schen Mischtumors

    WHO - Stufenschema der Schmerztherapie

    Aktuelle Publikationen

    Die Hyperthermie im Gesamtkonzept der Behandlung des Bauchfellkrebs

    Regional chemotherapy plus or minus prophylaxis of thrombembolic events with low-dose Warfarin in the treatment of advanced pancreatic cancer – a retrospective analysis

    Kontakt

    Praxis Würzburg
    Dr. H. Müller
    97074 Würzburg
    Walther von der Vogelweidestraße 33 A
    +49 931 200410
    Mobil: 0170 3607780 (werktags)
    E-Mail

    DRK Manniske Krankenhaus
    Abteilung für Viszeralchirurgie
    An der Wipper 2
    06567 Bad Frankenhausen / Thüringen
    www.bfh.drk-tb.de

    Ambulanz Sprechstunde
    in Würzburg
    Montag 8:00 bis 14:00 Uhr

    Hier findet ebenfalls die Fatigue Syndrom
    Sprechstunde statt.

    Zur Vorstellung in der Sprechstunde werden alle aktuellen Unterlagen, wie Laborbefunde, OP-Berichte und CT- oder MR-Bilder benötigt




    © Dr. Herwart Müller, MD, FACS - D-97762 Hammelburg, Germany